Deutscher Kinderhospizverein e.V.
 



Kassel:

Ambulanter Kinderhospizdienst Kassel
Heiligenröderstr. 84, 34123 Kassel

Tel.: 0561-5297710
e-mail: kassel@deutscher-kinderhospizverein.de

Bürozeiten:
Mittwoch und Freitag von 10.00-12.00 Uhr

Wenn Sie uns besuchen möchten, nehmen Sie bitte kurz vorher telefonisch Kontakt zu uns auf, da sich in Krankheits- oder Ferienzeiten die Öffnungszeiten ändern können.

Unser Dienst:
Der Ambulante Kinderhospizdienst Kassel wurde am 1. Juli 2006 mit Sitz in Kassel eingerichtet.
Er steht allen Familien mit Kindern mit lebensverkürzenden Erkrankungen offen. Dazu gehören beispielsweise Stoffwechselerkrankungen, Krebs-und Muskelerkrankungen, unheilbare neurologische sowie internistische Erkrankungen oder Erkrankungen aufgrund genetischer Defekte.
Wir begleiten die Familien ab der Diagnose, im Leben und Sterben und über den Tod der Kinder hinaus.
Von 2006 bis 2010 war unser Dienst für die Regionen Kassel und Göttingen im Umkreis von je ca. 50 km zuständig.
Seit Juli 2010 ist der Ambulante Kinderhospizdienst Göttingen selbstständig.

Unsere Ziele:
Ziel der Ambulanten Kinderhospizdienste ist es, die Lebensqualität der betroffenen Kinder und ihrer Familien zu unterstützen.
Dabei orientieren wir uns an
• den Fähigkeiten und den daraus entstehenden Bedürfnissen und Interessen der lebensverkürzend erkrankten Kinder und ihrer Familien
• dem Erfahrungswissen der lebensverkürzend erkrankten Kinder und ihrer Familien
• den Leitbegriffen Offenheit, Partnerschaftlichkeit und Integration

Unser Angebot:
In einem persönlichen Gespräch bietet die Koordinatorin Andrea Schink-Werner den erkrankten Kindern und ihren Familien die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse zu äußern und die Arbeit des Dienstes kennenzulernen. Wenn die Familie sich für eine Begleitung durch unseren Dienst entscheidet, vermittelt sie der Familie zwei ehrenamtliche KinderhospizmitarbeiterInnen, die die Familie regelmäßig mindestens einmal die Woche besuchen und ihre Unterstützung anbieten - in Krisenzeiten auch häufiger.
Die Aufgaben der BegleiterInnen werden zwischen der Familie und den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen individuell abgesprochen und richten sich nach den Bedürfnissen der Familie und den Möglichkeiten und Fähigkeiten der BegleiterInnen.

Dabei kann es sich um folgenden Aufgaben handeln:
• Spielen, basteln, singen, spazieren fahren oder vorlesen mit dem erkrankten Kind nach den Wünschen, Bedürfnissen und Möglichkeiten des Kindes und der Eltern
• Spielen, vorlesen, basteln u.a. mit den Geschwistern des erkrankten Kindes oder Begleitung des Kindes zu Terminen wie z.B. Fußballtraining, Klavierstunde u.a.
• Einfache Unterstützung im Haushalt wie z.B. Spülen, Einkaufen gehen u.a.
• Gespräche mit den Eltern, Begleitung in Zeiten der Krise und Trauer
• "Einfach da sein und zuhören"

Das Angebot ist für die Familie kostenfrei. Alle MitarbeiterInnen des Ambulanten Kinderhospizdienstes unterliegen der Schweigepflicht.

Darüberhinaus bietet der Ambulante Kinderhospizdienst Beratung in Fragen von Antragstellungen, Schul- und Kindergartenintegration, Kur- und Hospizaufenthalten u.a. und vermittelt auf Wunsch Kontakt zu anderen betroffenen Familien, Elternvereinen u.a.

In regelmäßigen Abständen werden gemeinsame Freizeitaktivitäten angeboten, wie Familiennachmittage, Elternabende oder gemeinsame Aktivitäten von Familien und Ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

Eine Mutter berichtet:
Hallo - ich bin Bettina Ditschar (34 J.) und wohne mit meiner 7 Jahre alten Tochter Anna-Lena in der Kasseler Innenstadt. Wir beide sind dort sehr glücklich, denn wir zwei lieben es, zu Fuß bzw. per E-Rolli unterwegs zu sein. Ich bin allein erziehend und meine Eltern und der 24-Std.-Pflegedienst unterstützen mich. Ich arbeite am Vormittag in einer Förderschule als Erzieherin. Anna-Lena geht in die 2. Klasse und das findet sie prima! Aufgrund ihrer Erkrankung (Spinale Muskelatrophie) ist sie ständig auf fremde Hilfe angewiesen. Sie kann nicht selbständig atmen, sprechen, laufen, essen oder trinken - doch sie ist ein ganz normales Mädchen mit ganz normalen Bedürfnissen. Dazu gehört alles, was Mädchen so mögen, z.B. Lillifee, Nagellack, Musik, Bücher, rosa Klamotten - einfach alles!!

Für das Sprechen hat sie eine eigene Sprache gefunden: die Augen. Zwinkern bedeutet "Ja" und das Gesicht runzeln heißt "Nein". So kann einfach jeder, egal in welchem Alter, mit ihr sprechen. Das ist prima.

Neben meiner Familie begleitet uns aber auch Verena Hesse vom Ambulanten Kinderhospizdienst. Anna-Lena freut sich immer sehr, wenn sie kommt, denn sie hat eines: Zeit. Und das spürt meine Tochter genau. Da kommt es schon mal vor, dass ein Buch drei- bis viermal vorgelesen wird. Wir gehen aber auch zusammen in die Markthalle Kaffee trinken, shoppen oder spazieren. Verena war dabei, als Anna-Lena Ohrringe bekam. Für mich sind die Besuche von Verena besonders wichtig, denn ich kann dann auch mal allein bummeln gehen oder mich verabreden.
Bei der Ausstellung in der Kreuzkirche durften wir beide auch einen kleinen Teil beisteuern. Einige Dinge, die Anna-Lena mit mir gebastelt hat (Bilder, Ostereier, Filzbälle), wurden dort wunderbar in Szene gesetzt. Sie war sehr stolz darauf, dass so viele Menschen sehen und lesen konnten, dass wir doch ein (fast) normales Leben führen.

Ich möchte mit niemandem tauschen. Ich liebe meine Tochter so wie sie ist!
Sie ist mein Ein und Alles!


Mitarbeit:
Eine hauptamtliche Kinderhospizmitarbeiterin leitet den Ambulanten Kinderhospizdienst. Sie stellt den Kontakt zu den Familien her, fördert die Vernetzung des Dienstes mit anderen Institutionen, wie z.B. Kinderkrankenhäusern, Förderschulen usw. Außerdem ist sie für die Ausbildung und Anleitung der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen zuständig. Eine weitere hauptamtliche Mitarbeiterin koordiniert die Öffentlichkeitsarbeit der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und engagierter Eltern.
Die ehrenamtlichen KinderhospizmitarbeiterInnen verpflichten sich, vorab einen Befähigungskurs zu absolvieren. Der Deutsche Kinderhospizverein entwickelt dazu ein eigenes Curriculum, das sich auf seine praktischen Erfahrungen mit der Kinderhospizarbeit gründet. Einzigartig ist, dass im Deutschen Kinderhospizverein die Familien an der Gestaltung des Befähigungskurses mitwirken und dadurch mitentscheiden, welche Inhalte den Ehrenamtlichen in einem Befähigungskurs vermittelt werden. An der Durchführung des Befähigungskurses wirken Eltern und externe Referenten mit.
Zur Zeit arbeiten 30 Ehrenamtliche in Kassel in den Bereichen Familienbegleitung, Büroorganisation und Öffentlichkeitsarbeit.

Über unsere Aktivitäten können Sie sich auch in den Rubriken "Bildgalerie" und "Presse" auf dieser Homepage informieren.






Mitgliedschaften und Anerkennungen:







weitere Mitgliedschaften und Anerkennungen